Evangelische Kirche Bruchköbel - Einer für alle
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Joh 11,47-53: Einer für alle

 

Judika, 02.IV.2017                                                                 Wallonisch-Niederländische Kirche Hanau

 

Wochenspruch: Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele  (Mt 20,28).

 

Lieder: Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld (EG 83,1-4); Korn, das in die Erde (98); Nun gehören unsre Herzen (93); Ausgang und Eingang (175)

 

Ps 43 (EG 724); Schriftlesung: Gen 22,1-13

 

Liebe Gemeinde,

„einer für alle, alle für einen.“ Es wird wohl kaum einen Trainer geben, der diesen Satz noch nicht verwendet hat, kaum einen Sportler, der ihn noch nicht gehört hat. Besonders, wenn es sich um eine Teamsportart handelt. Einzelkämpfer brauchen solche Sätze auf den ersten Blick nicht. Aber auch sie sind abhängig von einem Team, von Trainern, Ärzten, Masseuren, Beratern und so weiter. „Einer für alle, alle für einen.“ Ich finde, das ist ein gutes Motto, für den Sport wie für das Leben. Ein Motto, das uns vor Augen führt, wie eng unsere Lebensschicksale miteinander verwoben sind, wie sehr wir es nötig haben, füreinander einzustehen, trotz aller individualistischen Parolen. „Einer für alle, alle für einen.“ Wer gute Freunde hat, eine funktionierende Familie, der weiß, wie wertvoll das ist. Und wer das nicht hat, der weiß, wie sehr man darunter leiden kann.

Und wenn das dann gelingt, dass dieser eine den Pokal holt oder die Medaille, wenn einer aus der Familie eine Prüfung besteht oder einen anderen Erfolg hat, dann freuen sich die anderen so mit, als hätten sie selbst den Sieg erkämpft. Einer für alle. Einer gewinnt, alle haben etwas davon. So soll es sein unter den Menschen. Das wäre doch was, wenn wir immer einen Grund hätten, uns füreinander und miteinander zu freuen, oder?

Leider hat dieser Satz auch eine dunkle Kehrseite. Einer für alle, das kann auch heißen: Einer ist das Opfer. Einer leidet, und den anderen geht es gut. Einer zieht das dunkle Schicksal auf sich, und die anderen können leben. Wir kennen dieses Motiv aus mythischen Geschichten, aus Märchen und Fantasy-Stories – es muss ein Opfer geben, eine böse Macht muss besänftigt werden, einer wird zum tragischen Helden. Eine Jungfrau wird dem Drachen vorgeworfen, ein Kind wird von einer Hexe entführt, und nur um Haaresbreite geht es in den Märchen dann doch gut aus. In den älteren Legenden und erst recht in der Geschichte der Menschheit ging es nicht immer gut aus. Menschen wurden geopfert, um die Götter gnädig zu stimmen, bei den Inkas, bei den Germanen, und – ja, auch im Alten Testament steht diese Praxis im Hintergrund. Isaaks  Opferung, wir haben es gerade gehört. Zwar eine Geschichte, die letztlich auch positiv ausgeht, aber sie jagt uns dennoch einen Schauer über den Rücken. Der Tod stand ganz real im Raum. Was, wenn der Widder nicht da gewesen wäre? Wir wagen gar nicht, daran zu denken.

Das Opfer des einen für die anderen – wir hören das mit zwiespältigen Gefühlen. Gerade in der Passionszeit. Einerseits ist uns dieses Muster vertraut, Helles und Dunkles, Gutes und Böses halten sich die Waage, das Gute muss durch Leiden erkauft werden. Das ist ein archaischer, uralter Gedanke, der seit grauer Vorzeit in den Köpfen und Herzen von uns Menschen festsitzt. Aber andererseits empört sich doch unser Gerechtigkeitsgefühl dagegen. Was kann denn dieser eine dafür? Warum soll gerade er, warum soll gerade sie leiden? Und was ist das für ein perverser Gedanke, dass andere etwas von diesem Leid haben könnten? Ist das nicht eine Art von Sadismus, so etwas? Zumindest eine überholte, eine nicht aufgeklärte Sichtweise von unserer Welt und unserem Schicksal? Jeder ist doch in einer modernen Gesellschaft für sich selbst verantwortlich, wie kann da ein anderer für mich leiden?

Zwei Seelen streiten sich in unserer Brust, wenn wir solche Geschichten hören. Zwei Gedanken streiten sich in unserem Kopf. Und wenn wir die Geschichte vom Leiden und vom Sterben Jesu Christi hören, dann ist es oft nicht anders. Einer für alle – einer, der leidet, damit es den anderen gut geht: Wie kann das sein? Ist das gerecht? Ist das Evangelium?

Ich lese aus dem Johannesevangelium, Kapitel 11, ab Vers 47.

 

47        [Nachdem es Aufsehen gegeben hatte, weil Jesus ein Wunder getan hatte,]

            kamen die Hohenpriester und Pharisäer im Hohen Rat zusammen und sagten:

            „Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Wunderzeichen.

48        Wenn wir ihn gewähren lassen, werden viele an ihn glauben.

            Dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute weg.“

49        Einer aber unter ihnen, Kaiphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war,

            sagte zu ihnen: „Ihr wisst nichts.

50        Ihr bedenkt nicht, dass es euch nützt, wenn ein Mensch für das Volk stirbt

            und nicht das ganze Volk ins Verderben gerät.“

51        Dies sagte er aber nicht aus sich selbst heraus,

            sondern weil er in jenem Jahr Hoherpriester war, sprach er die Prophezeiung aus,

            dass Jesus für das Volk sterben sollte;

52        und nicht allein für das Volk, sondern damit er die Kinder Gottes,        die verstreut sind,

            zusammenführe zu einer Einheit.

53        Von diesem Tag an fassten sie den Beschluss, ihn zu töten.

Dein Wort ist wahr und trüget nicht...

 

Liebe Gemeinde,

vorhin haben wir im Eingangslied gesungen: „Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten.“ Hat sich da in Ihnen vielleicht auch etwas gesträubt, als Sie das gelesen haben? Kann das denn so heute noch gesungen und gepredigt werden? Oder ist das nicht völlig überholt? Wie soll denn das gehen, dass einer leidet und die anderen etwas davon haben? Ist nicht jeder selber für sein Schicksal verantwortlich, gehört mein Lebensweg nicht nur mir allein und sonst niemandem?

Schauen wir zunächst einmal auf die erste Hälfte dieses kurzen Berichts aus dem Johannesevangelium.

47        Die Hohenpriester und Pharisäer kamen im Hohen Rat zusammen und sagten:

            „Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Wunderzeichen.

48        Wenn wir ihn gewähren lassen, werden viele an ihn glauben.

            Dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute weg.“

Da ist die Regierung eines kleinen Landes. Ihr Handlungsspielraum ist begrenzt. Die Verantwortlichen befinden sich in einem Dilemma. Es gibt nur zwei schlechte Alternativen, und jetzt muss abgewogen werden, was das kleinere Übel ist. Ist uns diese Situation so fremd? Hat es so etwas denn nur vor Jahrhunderten gegeben? Oder ist das nicht der politische, der wirtschaftliche und der militärische Alltag auf unserem Globus?

Natürlich, wir sind aufgeklärte Europäer. Natürlich, die Würde des Menschen ist unantastbar, so steht es als erster Satz vor dem Grundgesetz. Hehre Ideale, klar. Aber die Sachzwänge, sie sind doch auch da, oder? Mehr als je zuvor. In der globalisierten Welt herrscht ein brutaler Wettbewerb. Wer Schritt halten will, muss Leistung bringen, wird ausgebeutet oder muss sich selber ausbeuten. Arbeit bis zum Anschlag und darüber hinaus. Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Wettbewerbsfähigkeit ist nur möglich, wenn man Opfer bringt – oder?

Beispiel zwei. Der demographische Wandel lässt es eng werden für die Sozialkassen. Immer mehr und immer ältere Alte, die Versorgung brauchen. Immer weniger Jüngere, die das Geld dafür erwirtschaften oder die sich die Zeit zur Pflege nehmen können. Wie soll das weitergehen? Irgend jemand wird Opfer bringen müssen. Finanzielle Opfer. Zeitliche Einschränkungen. Mehr Stress für Pflegerinnen und Pfleger. Und: Opfer auf seiten der Pflegebedürftigen, für die oft keiner richtig Zeit hat, für die vielleicht ein bestimmtes Medikament nicht mehr vorhanden ist. Wie soll die Politik aus diesem Dilemma herauskommen? Wie sollen wir, die Gesellschaft, da einen guten Weg finden?

Beispiel drei. Wenn unser Staat angegriffen oder bedroht wird, dann darf er sich wehren. Dieses Recht steht jedem Staat zu, der seine Bürger schützen will. Nur: Wo genau verlaufen die Grenzen? Das ist schwer zu sagen. Wenn das Unglück geschehen ist, so wie bei den NSU-Morden oder beim Terroristen vom Berliner Weihnachtsmarkt, dann heißt es, Polizei und Geheimdienste hätten zu lange gezögert. Aber was bedeutet das für das nächste Mal? Soll jetzt im Zweifelsfall eher geschossen werden, härter reagiert, wenn auch nur auf Verdacht? Und was, wenn es dann einen Falschen trifft? Vor kurzem wurde das auch einmal als Fernsehspiel durchgeführt, inklusive einer Live-Befragung der Zuschauer: Ein entführtes Flugzeug kreist über Deutschland, es kann Kurs auf ein Atomkraftwerk nehmen oder sonst eine Katastrophe herbeiführen. Und nun? Abschießen und den Tod  von über hundert Passagieren in Kauf nehmen? Wer wäre im Ernstfall dafür zuständig, so einen Befehl zu geben? Wer von uns würde das tun – Opfer in Kauf nehmen?

Für die Obersten in Jerusalem damals war Jesus von Nazaret so etwas wie ein potentieller Terrorist. Zumindest ein Revolutionär. Und das war für eine Regierung, die zwischen Baum und Borke sitzt, eine brandgefährliche Situation. Unruhe im Volk war das Letzte, was sie sich leisten konnten. Sie wussten, dass die Römer schon mehrmals mit harter Hand reagiert hatten, wenn sie Aufruhr witterten. Was half es da, dass vielleicht auch manche der jüdischen Politiker diesen Jesus persönlich ganz sympathisch fanden? Ein radikaler Pazifist schien er zu sein, der Prediger einer besseren Welt. Ein Überzeugungstäter. Was sollte man dagegen haben? Eigentlich nichts, wären die Verhältnisse anders gewesen. Aber so konnte er der Funke werden, der das Pulverfass zur Explosion bringt. Der Mann, der das Land ins Chaos stürzt. Konnte man so etwas hinnehmen? Nein, sagte der Rat der führenden Männer: Hier musste gehandelt werden. Bevor alle Menschen im Land Opfer des Chaos wurden, musste halt dieser eine geopfert werden – im Interesse aller.

Einer für alle. Ein politisches Bauernopfer. Realpolitik. Nicht nur die damaligen Priester reagierten so. Viele heute würden genau so handeln – und wir würden vielleicht auch zu ihnen gehören, wenn wir an den Schalthebeln der Macht säßen.

Jesus, das politische Opfer. Der eine, der stirbt, damit andere weiterleben können. So weit, so normal. So etwas ist nicht nur damals passiert, in voraufgeklärten Zeiten, sondern das gibt es auch heute noch an jedem Tag. Opfer, die nicht nur aus Unglück sterben, so wie Verkehrsopfer zum Beispiel, die zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren. Nein, Opfer, die in Kauf genommen werden um eines vermeintlich höheren Zweckes willen. Zivilisten in Mossul. Politische Gefangene in Syrien. Arbeiterinnen in überfüllten Fabriken in Bangladesh. Hungertote im Jemen. Opfer der Weltpolitik und der Weltwirtschaft, damit das System funktioniert. Einer für alle. War Jesus solch ein Fall?

Von außen gesehen, nach den Regeln unserer politischen Welt betrachtet, ja.

             Kaiphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war,

            sagte zu den anderen: „Ihr wisst nichts.

50        Ihr bedenkt nicht, dass es euch nützt, wenn ein Mensch für das Volk stirbt

            und nicht das ganze Volk ins Verderben gerät.“

Harsche Worte, aber eine bezwingende Logik. Die Diskussion wird danach nicht mehr lange gedauert haben. Die Versammlung stimmt zu, der Beschluss wird gefasst. Der Tod des einen erscheint als das kleinere Übel gegenüber dem Tod der vielen. Und jetzt? War’s das?

 

Nein, aus Sicht des Johannesevangeliums war es das nicht. Denn der Evangelist Johannes gibt uns einen Blick hinter die Kulissen. Er deutet das, was politisch geschieht, unter dem Horizont dessen, was Gott tut und geschehen lässt. Und da klingt das Ganze dann auf einmal so:

51        Dies sagte er aber nicht aus sich selbst heraus,

            sondern weil er in jenem Jahr Hoherpriester war, sprach er die Prophezeiung aus,

            dass Jesus für das Volk sterben sollte;

52        und nicht allein für das Volk, sondern damit er die Kinder Gottes,        die verstreut sind,

            zusammenführe zu einer Einheit.

Jesus sollte für das Volk sterben, ja. Aber nicht so, wie Kaiphas sich das dachte, als Bauernopfer, damit danach Ruhe herrschte. Sondern als Brücke in die neue Welt Gottes. Als Stellvertreter des Volkes Israel und aller Menschen vor Gott. Als der eine, der die verstreuten Menschen zusammenbringt zu einer neuen Einheit. Zu einer Einheit, die nach anderen Regeln lebt, als sie sonst in dieser Welt herrschen. Einer für alle – damit dann alle diesem einen angehören können. Jesus bringt sich selbst als freiwilliges Opfer, damit das passieren kann. Aber wie soll man sich das im 21. Jahrhundert vorstellen? Wie kann so etwas funktionieren? Ist das nicht nur eine bildliche Vorstellungs- und Redeweise?

Nein, ich denke, es ist mehr. Einer für alle, das ist nicht nur ein Symbolspruch. Da geht es um Realitäten. Schon wenn einer für die anderen zum Sündenbock gemacht wird, dann passiert etwas. Rein zwischenmenschlich. Es findet eine Übertragung statt. Ob das gerecht ist oder nicht, ob das modern gedacht ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Es geschieht, und es passiert etwas dabei. Ein beliebiges Beispiel aus dem Arbeitsalltag: Da sind drei Kollegen, die arbeiten gemeinsam an einem Projekt. Nennen wir sie Müller, Meier und Schulze. Das Projekt funktioniert leider nicht so, wie sie das erhofft haben. Es kostet mehr Geld als geplant, es dauert länger, und es treten immer wieder Schwierigkeiten auf. Der Chef ist sauer. Und jetzt wird ein Schuldiger gesucht. Müller und Meier sagen: „Wir waren’s nicht. Wir konnten nichts dafür.“ Schulze sagt zwar auch „Ich war’s nicht.“ Aber irgendwie hat er nicht so gute Karten. Vielleicht gelingt es den beiden anderen, ihn im schlechten Licht da stehen zu lassen. Vielleicht hat Schulze wirklich einen Fehler gemacht, an den sich noch mehr anhängen lässt. Vielleicht ist er einfach nicht so geschickt. Wie auch immer: Schulze steht als Schuldiger da, und die beiden anderen atmen auf. Eine große psychische Last fällt von ihren Schultern. Und eine große Last drückt auf Schulzes Schultern. Ob er wirklich schuld war oder nicht, spielt am Ende gar keine große Rolle mehr. Die anderen fühlen sich entlastet und machen weiter wir bisher. Er fühlt sich belastet und ist es auch in der Tat. Irgendwas bleibt immer hängen. Schulze wird nicht mehr so unbeschwert arbeiten können wie bisher. So ist das zwischen uns Menschen. Und sage keiner, das seien ja nur Gefühle, die hätten mit der Realität nichts zu tun! Gefühle sind auf ihre Weise Realitäten. Gefühle schaffen neue Realitäten. Gefühle können Menschen verändern, können im Extremfall den einen zum Überflieger machen und den anderen in den Selbstmord treiben. Alles nur Einbildung? Nein, das sind Mächte, die sich entfalten, das sind starke Kräfte, die da wirken.

Wie wird das nun sein, wenn Gott selbst in eine solche Situation hineinkommt? Wenn Gott selbst in Jesus Christus sagt: Ich bin das Opfer? Meinen wir wirklich, dass da im Grunde nichts Reales passiert, dass das nur so eine Art symbolischer Redeweise ist, die sich althergebrachten Vorstellungen verdankt? Nein, wenn Gott selber sich so einklinkt in unser menschliches Beschuldigen und Entschuldigen, in unsere Machtkämpfe, unser Ringen um die Luft zum Überleben – dann geschieht etwas. Dann kommt es zu einer Übertragung, die keinen Beteiligten unverändert lässt. Denn Jesus Christus fasst uns an, er berührt uns an der innersten Stelle unserer Seele, und er sagt uns: Ich nehme Dir das Dunkle weg. Das, was dich belastet, das, was andere an dir verbrochen haben, und auch das, woran du selber schuld bist. Ich trenne dich davon. Ich ziehe diese dunkle Macht auf mich. Und du wirst davon frei. Du kannst neu leben. Das Gift des Bösen wird mich vernichten. Aber du bekommst die Chance zu einem neuen Anfang. Weil ich dich liebe.

„Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder.“ „Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden.“ Ja, die alten Lieder haben recht. Jesus war nicht nur ein Unglücksopfer, zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort. Nein, Jesus ließ sich selbst zum Opfer machen. Ganz bewusst tat er das, um uns zu befreien. Nicht nur von Schuldgefühlen, sondern von der wirklichen Macht des Bösen und des Dunklen, die uns alle fesselt. Er will uns frei machen von der Sucht, sich immer selbst beweisen und profilieren zu müssen. Frei von den Schatten der Vergangenheit, wo andere uns verletzt haben. Frei von dem eiskalten Machtstreben, das unserer Angst entspringt, zu kurz zu kommen. Frei von Hass und Gier und Neid und Vergleicherei. Jesus zieht all diese dunklen Mächte und Kräfte von uns ab, er lenkt sie auf sich, und er stirbt daran. Einer für alle.

Wenn wir uns das gefallen lassen, wenn wir uns daran hängen und darauf vertrauen, dass Jesus als einer für uns alle da ist – dann gilt das nicht nur für unsere Schuld und Sünde. Es gilt auch für das neue Leben, in das Jesus an Ostern hineingekommen ist. Wenn wir mit ihm verbunden sind, wird er uns dorthin mitnehmen. Er wird er uns teilhaben lassen an der Medaille, die er erkämpft hat, an der Krone des ewigen Lebens. Einer für alle.

„Nun gehören unsre Herzen / ganz dem Mann von Golgatha,

der in bittern Todesschmerzen / das Geheimnis Gottes sah,

das Geheimnis des Gerichtes / über aller Menschen Schuld,

das Geheimnis neuen Lichtes / aus des Vaters ewger Huld.

Doch ob tausend Todesnächte / liegen über Golgatha,

ob der Hölle Lügenmächte / triumphieren fern und nah,

dennoch dringt als Überwinder / Christus durch des Sterbens Tor,

und die sonst des Todes Kinder, / führt zum Leben er empor.“           

Amen.

 

 








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